Dr.med. Alexander Nass
A. f. Neurologie u. Psychiatrie, Psychotherapie
Dellbrücker Hauptstraße 90
51069 Köln
Tel. 0221-687810, Fax 0221 6897568

 

Erläuterung der Ausgangssituation

Fahrtauglichkeit In der Nervenarztpraxis kommt es immer wieder vor, dass Betroffene an ihrer Fahrtauglichkeit zweifeln (sei es, dass sie sich im allgemeinen unsicher fühlen, sei es, dass sie Medikamente nehmen, die die Fahrtauglichkeit beeinflussen können); auch müssen oft Medikamente verabreicht werden, die im allgemeinen müde machen können.

Es kommt auch häufig vor, dass ein Medikament von seiner Wirkung her eigentlich höher dosiert werden müsste, jedoch die berechtigte Frage auftaucht, ob dadurch nicht eine zu ausgeprägte Müdigkeit entstehen könnte; immer wieder werden wir auch von älteren Person gefragt, die meinen, dass ihr Kräfte im allgemeinen Nachlassen, ob es noch ratsam / vertretbar erscheint, dass sie ein Fahrzeug weiterfahren .

Aufgrund der klinischen Beobachtungen könnten ärztlicherseits diesbezüglich nur allgemeine Angaben gemacht werden; es bestehen jedoch seit längerem aufwendige apparative Möglichkeiten, um diese Frage möglichste objektiv zu beantworten, die auch in unserer Praxis verfügbar sind.

Eine verbindlich Zuordnung zu einem (Normal) Kollektiv ist bei uns allerdings nicht möglich (es besteht keine Möglichkeit zu einer Aussage wie z.B.: " Sie haben 30,5 Punkte erreicht, damit können Sie als sicher Fahrer gelten " oder " Sie weisen einen Müdigkeitsfaktor von 75 auf, daher muss ich Ihnen raten, selbst das Fahrrad stehen zu lassen und das Haus nicht ohne Begleitung zu verlassen ").

Ein Vergleich mit einem Standardkollektiv ist grundsätzlich möglich und kann anderenorts erfolgen, die relative Positionierung stellt jedoch auch dann keine Zulassung oder Ausschluss für bzw. von einem bestimmten Tätigkeit (Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe) dar.

Sehr wohl können wir aber die Testuntersuchung zu einem bestimmten Zeitpunkt, z.B. vor der Einleitung einer Medikation oder vor einer Dosisänderung, bzw. 4 Wochen später durchführen; durch den Vergleich der entsprechenden Werte bzw. deren Abweichungen, können Veränderungen der untersuchten Merkmale dann festgestellt werden.

Selbstverständlich werden ärztlicherseits die Resultate mitgeteilt, dokumentiert, mit einem Vergleichskollektiv in Bezug gestellt und entsprechende objektive Aussagen gemacht, die trotzdem für die untersuchte Person lediglich Anhaltspunkte darstellen können. So sinnvoll dieses Vorgehen auf sein mag, stellt es in der Landschaft der heutigen Gesundheitsversorgung in der BRD keine Maßnahme dar, die " wirtschaftlich, ausreichend oder notwendig " im Sinne der RVO wäre; somit fällt sie in die Kategorie der Individuellen GesundheitsLeistungen (IGeL)und muss daher von der untersuchten Person selbst getragen werden. Bei Privatpatienten werden die Leistungen mit GOÄ- Analogziffern sowie der entsprechenden Legende auf die Rechnung aufgeführt; die untersuchte Person verpflichtet sich durch ihre Unterschrift, die Gebühr selber zu bezahlen, sofern die in Rechnung gestellte Analog- Position von der Versicherung/Beihilfe nicht anerkannt wird. In diesem Fall wird allerdings derjenige Betrag bezahlt, den auch gesetzlich Versicherte zahlen würden (niedrigster Steigerungsfaktors).

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